026 San Blas Inseln

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Eine Reise in die San Blas Inseln

Hallo, ich bin Franklinda und ich wohne hier auf dem Segelboot. Ich hatte mich schon einmal vorgestellt. Ich befinde mich derzeit auf einer großen Reise und habe schon viele tolle Dinge erlebt. Oft muss ich zwar an Bord bleiben, aber ich lasse mir immer wieder Tricks einfallen, um dennoch alle beobachten zu können.

franklinda

In den letzten 2 Wochen ist viel passiert. Wir haben sie nämlich auf den San Blas Inseln verbracht. Diese Inselgruppe besteht aus knapp 400 Inseln und hier leben noch richtige Kuna- Indianer. Diese sprechen oft nur ihre Sprache, ein bisschen Spanisch und ab und zu ein ganz kleines Bisschen Englisch. Die meisten sind aber sehr freundlich, lachen und winken.

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Was wir alles erlebt und gemacht haben das erzähle ich euch jetzt. Und vor allem wie es dazu kam. Michi, Olis Bruder, und seine Freundin Bea reisten extra von Deutschland an um ein paar schöne Tage mit uns zu verbringen.

Nach einem langen Tag mit recht angenehmen Flug landeten sie am Samstag Abend. Anna, eine Portugiesin aus Portobelo war so lieb und holte die Beiden mit uns (ich hatte mich im Kofferraum versteckt) am Flughafen ab. Das war eine Freude.

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In Portobelo angekommen gab es erst einmal ein kühles Bier bei Francesco und einen Absacker an Bord. Alle hatten sich viel zu erzählen. Endlich mal eine Sprache die ich gut verstehen konnte.

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Nachdem ich etwas gelauscht hatte war ich ganz schön aufgeregt. Der Plan war endlich wieder den Anker zu heben und die Ankerbucht zu verlassen.

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Auf dem Weg…

Und schon ging es los. Nach einer kurzen Nacht (ich dachte unser Besuch schläft aus und plötzlich war aber Oli die Schlafmütze) kam die Crew der Sailing-Yacht Tutti zum Frühstück. Nach einem super lustigen Frühstück ging es los Richtung Isla Grande.

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Dort legten wir einen Nachtstop ein. Dieses Mal war wieder die Seekrankheit an Bord. Normalerweise geht es oft Sandra nicht so gut, doch diese Mal war sie nicht alleine. Ob es an unserem Fahrstil lag? Ich habe die Wellen schon auch ein bisschen rollig empfunden.

Dort angekommen durfte ich mal Frischluft schnuppern. Hier lagen ganz schön viele Boote herum und die Taxiboote rasten so schnell durch die Bucht, dass mir ganz schlecht wurde.

Das Schlimmste daran: Sogar bei Nacht machten sie nicht langsamer und Licht hatten sie auch keins. Da war ich froh, dass ich nicht gerade eine Runde im Wasser drehte sondern sicher an Bord schlummerte.

Mit der Sonne Richtung Chichime

Bei Sonnenaufgang war es dann endlich so weit. Auf ging es Richtung San Blas Islands. Chichime sollte unser erstes Ziel sein. Und das nach so langem Heimweh nach der Insel.

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Michi und Oli machten sich daran uns ein Abendessen zu fangen. Doch leider wurden mal wieder die Köder verbissen und kein Fisch hing am Haken. Was lebt nur hier in den Meerestiefen? Naja, ich bin eh immer etwas verunsichert wenn so ein großer Fisch hier an Bord kommt.

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Aber am Abend zuvor hatte ich beobachtet, wie Michi von Bord aus einen ganz außergewöhnlichen Fisch gefangen hat. Wir konnten in keinem Buch finden, um welche Art es sich hier handelt. Zum Essen war er zu dünn, aber zum Anschauen ein Prachtstück. Und dann holte er auch noch einen kleinen Barakuda aus dem Meer. Das gab aber Applaus. Ich freute mich mit und die Fische durften wieder im Wasser schwimmen.

Aber nun zu Chichime:

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Muss ich noch mehr sagen? Inseln mit Palmen, klares türkisfarbenes Wasser und ein Riff nicht weit vom Boot entfernt. Alle schnorchelten, versuchten weiterhin Fische zu fangen, spielten und genossen die gemeinsame Zeit. Um uns herum war nichts außer ein paar anderen Seglern, Palmen, Strand und das weite Meer. Für mich fühlte es sich an wie Urlaub.

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Nebenbei kam Venancio vorbei, um uns seine selbst gemachten Molas zu zeigen. Alle waren sehr überrascht, dass er neben kulajana auch spanisch, englisch und sogar etwas deutsch sprach. Bei einer Tasse Kaffee zeigte er alle seine Prachtstücke.

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Am Abend nahmen Oli und Michi das Dinghy zum Nachtangeln und Bea, Sandra und ich genossen ein Gläschen (endlich gekühlten) Baileys.

Weiter geht es nach Hollandaise

Michi angelte von Bord aus und alle suchten gemeinsam Rochen und Fische am Riff. Und schon ging es nach 2 schönen Tagen weiter nach Hollandaise. Ich war davon überzeugt, dass dort Spargel und Kartoffeln wachsen, entdeckte aber nach knapp 12 Seemeilen Inseln mit Palmen und Meer (mehr?).

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Oli suchte im Wasser nach Schnecken. Er fand ein paar schöne Stücke. Aber mit den Worten: Sandra, oh Sandra, das ist total schwierig die zu kochen, lies Francesco den Schnecken- Traum zum Abendessen platzen.

Sandra hatte ihn gefragt, ob er als Koch weiß, wie man diese Schnecken am besten zubereitet. Sie schmecken zwar ziemlich gut, aber benötigen viel Zeit zur Vorbereitung. So gab es zum Abendessen eben eine Reispfanne.

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Und dann wurde plötzlich Geburtstag gefeiert. Nachträglich für Bea und Sandra hatte Michi leuchtende Luftballons mitgebracht. So saßen alle bei Sangria zusammen und tanzten zur Musik. Außerdem wurde Michis Glas immer wieder aufgefüllt, denn es musste mehr Rum rein weil er schmeckte den Whiskey nicht mehr. (Was er damit meinte bleibt der Fantasie überlassen)

Am nächsten Tag kamen wieder Kuna Indianer mit ihrem Boot und brachten Kokosnussbrot. Zudem wurde weiter Richtung Tutti geankert, um zum Kuchenessen keinen so langen Anfahrtsweg zu haben.

Es wurde geschnorchelt und getaucht. Und Michi warf mal wieder seine Angel ins Meer. Uns diese Mal mit Erfolg. Da hing doch tatsächlich eine schöne Makrele am Haken.

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Barbecue am Strand

Am Abend gab es ein Feuer auf der Insel Banedup. Neben Stockbrot wurden Lobster (ein Dank an die Kunas) und die gefangene Makrele gegrillt. Und mit Gitarre und Gesang ging ein schöner Tag zu Ende. Die Sonne war da aber schon lange ins Meer gefallen.

barbecue

Am Tag darauf war wieder was los an Bord. Hinter einer der Inseln Ogoppiriadup befindet sich ein tolles, ruhiges Riff. Das Wasser ist dort zwar etwas frischer, aber das Riff noch ganz gut bewohnt und erhalten. Nach dieser Schnorchelexperience wurde geangelt und gechillt.

Wie geht es weiter?

Und dann war schon Samstag. Alle überlegten, was wir nun die nächsten Tage noch so tun sollten und wohin die Reise gehen sollte. Oli und Michi hatten bei einem Kuna Makrelen auf 6 Uhr morgens geordert, um am Außenriff auf Fischjagd zu gehen. Um ca. 9 Uhr (das entspricht in etwa 6.30 Uhr karibische Zeit) bekamen sie eine kleine Hand voll. Leider war es schon etwas spät für das ursprüngliche Vorhaben.

So angelte Michi von Bord bis plötzlich der Hai nach dem Köder schnappte. Haie schwammen schon die letzten Tage immer wieder um das Boot herum. Doch dieses Mal war es anders.

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Der Hai wollte wohl gar nicht mehr gehen. Ganz mutig sprangen alle ins Wasser, um dem Hai ganz nah zu sein.

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Nur Sandra war eine kleine Heuschrecke und versteckte sich im Dinghi.

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Hinterher begutachteten wir (ich durfte auch mit ganz nach oben) das tolle türkisfarbene Wasser vom Mast aus. Es ist schon faszinierend an einem so tollen Ort mit seinem zu Hause zu liegen.

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Der anschließende Schnorcheltrip war schön, auch wenn das Wasser ein bisschen kalt war, was man wohl in der Karibik nicht denken sollte.

Und zwischen all den Ausflügen an Land oder ins Wasser warf Michi immer wieder seine Angel ins Wasser. Mit den Worten wie Popper oder Jiggen schlief ich beim Zuhören irgendwann ein und träumte von Franklin. Ich bin halt doch eine Schildkröte und verstehe von dieser Materie noch nicht so viel.

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Coco Bandero

Als ich aufwachte hörte ich schon wieder das Summen der Motoren. Coco Bandero wurde immer wieder laut gerufen. Hört sich an wie ein Cocktail finde ich und träumte noch ein bisschen weiter. Als ich wieder aufwachte war unser Boot von einer Delphinschule umringt.

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Amazing, wie sie am Bug spielten und dann wieder ihres Weges zogen. Alle waren sehr sehr glücklich. Und dann kamen wir auch noch in einer Ankerbucht mit noch klarerem Wasser und Inseln aus Palmen an. Ein bisschen wirkte es auf mich wie in einem Bilderbuch.

Grillparty mit Fisch

Als ich geschlafen hatte muss Michi wohl in der Nacht zuvor ein paar Fische gefangen haben, denn es gab ein leckeres Barbecue mit Lagerfeuer am Strand. Gemeinsam mit der Crew der Segelyacht Tutti ging ein weiterer Tag zu Ende. Bea und Michi übernachteten in den Hängematten auf der Insel zwischen den Palmen und Sandra und Oli kamen am nächsten Morgen mit dem Frühstück an Land.

Die Sonne schien an diesem Tag so heiß, dass anschließend Siesta und ein ausgiebiger Schnorcheltrip geboten waren.

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Sandra und Jenneke widmeten sich noch einem Crea-Bea (holländischer Creativnachmittag) und Oli und Bart suchten mit Suze das Nachbarboot auf. Sie hatten bei unserer Ankunft mit der Drohne ein Foto von unseren Yachten gemacht.

Noch ein Abstecher ans Festland

Ich musste ganz schön schwitzen, denn der Wind hatte uns die Tage ganz schön verlassen. Das beschäftigte glaube ich auch die Menschen ein bisschen. Da nicht mehr viel Zeit übrig war, sie aber doch noch einiges erleben wollten, wurden Pläne gemacht, wie man am besten vorgeht, um noch einen Ausflug in einen Fluss machen zu können und doch die knapp 80 Seemeilen zurück segeln zu können.

Bart fand in den Karten einen kleinen River neben dem Rio Diablo unweit von Coco Bandero am Festland und Oli war sehr froh, dass er unter sehr schwachem Wind endlich mal wieder seinen Spinnacker auspacken konnte.

Buenos Dias

In der Bucht angekommen wurden wir vom Krokodil begrüßt und lagen ganz ruhig, ohne andere Boote. Ein Boot mit 2 Kuna Indianern kam aus dem Fluss. Etwas scheu kamen sie auf unser Boot zu und freuten sich, uns ihr Gebilde aus Palemenblättern als Teil ihres Hausdachs zu zeigen und eine Flasche Trinkwasser von uns zu bekommen. Schön, so willkommen zu sein.

Flussfahrt mit dem Dingi

Anschließend paddelten alle mit 2 Dingis den Fluss entlang.

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Ich musste an Bord bleiben. Als ich mir aber heimlich die Fotos anschaute muss es wohl einiges zu sehen gegeben haben: Affen, verschiedene Vögel, Babies (Suze war natürlich auch dabei), Mangroven, Palmen, Echsen, Krebse und sogar eine Art Eichhörnchen. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte, das hätte mir sicherlich auch gefallen.

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Gemeinsamer Abschlussabend

Am Abend machten alle zusammen Pizza an Bord und hatten einen lustigen Abend. Jenneke und Bart spielten einen englisch-deutsches Lied für meine Crew. Da musste ich mir schon ein paar Tränchen verdrücken, so schön war das. Gemeinsam mit Suze schlief ich ein und träumte von ein paar mehr Knoten Wind für den nächsten Tag. Wir wollten bzw. mussten zurück nach Portobelo segeln.

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Geträumt, getan. Der Wind war zwar nicht stark, aber gut segelbar. Und so ging es nach dem Frühstück gemütlich los. Nach ein paar ruhigen Segelstunden unter Berücksichtigung verschiedener Musikwünsche wurde es hektisch. Die Spitze der Angelrute ließ erkennen, dass etwas am Haken hing. Schon schnell wurde klar: Dieses Mal war es kein Seegras. Und so gab es leckeren Bonito zum Abendessen.

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Die Nacht war recht angenehm. Der Mond schien hell, die Sterne leuchteten am Himmel und wir durchfuhren Plankton der hell um den Rumpf des Bootes glitzerte.

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Zurück in Portobelo

Die Ankunft in Portobelo war perfekt. Nach kurzer Pause ging es quer durch den Dschungel zu einer Burgruine. Passend zum Ambiente regnete es aus Eimern. Die Affen äh Jungs unterhielten sich mit den Affen in den Bäumen die uns ganz nah waren und anschließend gab es eine leckere Abschluss-Pizza bei Francesco. Achja und als Vorspeise gab es für das ganze Restaurant von Oli zubereitetes Sashimi aus dem restlichen Fisch. Ein Träumchen, so zart war das.

Kanutour und Panama-City

Nach einer morgendlichen Kanutour durch den umliegenden Fluss wurden die Koffer gepackt und los ging es nach Panama City.

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Ich habe mich mal wieder heimlich in den Rucksack gesetzt um nicht vergessen zu werden. Sicher ist sicher. Diese Deutschen müssen auch immer und überall auffallen. Da war doch tatsächlich einer der Reisegruppe der sich ständig wie der Storch im Salat bewegte, bis endlich der ganze Flip-Flop auseinander flog.

Da ging der doch tatsächlich barfuß durch die Stadt. Ich war dann so nett und habe ihm einen Chinaladen gezeigt und er konnte sich für 30 Cent Sekundenkleber kaufen. Da macht man echt was mit mit der Menschheit.

Die Reisegruppe schaute sich die Altstadt an, naschte Eis und Hähnchen und spielte Karten. Ach ja und ein Bier gab es natürlich auch noch.

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Und dann wurde es plötzlich ganz ruhig. Der Uber fuhr vor und Bea und Michi stiegen ein. Mit ganz vielen Sonnenstunden, neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Herzensangelegenheiten im Gepäck ging es zurück nach Deutschland. Ich habe das Gefühl, dass es für alle eine bereichernde Zeit war und bin froh dabei gewesen zu sein. Jetzt ruhe ich mich erst einmal aus und lasse alles revue passieren. Beim Träumen kann ich das Erlebte am besten verarbeiten.

Nebenbei ein Cocktail auf Fred

In Panama City gibt es so viel. Und da haben Oli und Sandra sich gleich mal einen Cocktail auf Fred gegönnt. Vielen Dank für die Vitaminbombe mit Ananas!

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2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Beiden!
    Danke für die lebendige Erzählung. Manchmal wäre ich ehrlich gerne ein Stück dabei aber so genieße ich die tolle Reportage von Sandi und freue mich mit Euch. Bei uns sind die Bäume am blühen und die Bienen summen. Lucky hat mehrere Vogelkästen gebaut und aufgehängt. Mal sehen. Im Tobel haben sich Wildgänse angesiedelt und zum Essen gibt es gerade leckere Bärlauchnudeln und Wiesenkräutersalat. Ja es geht uns gut. Bleibt gesund und neugierig ,ich denke gern an Euch und grüße herzlich aus der Heimat .Mgt

    • Oh das ist toll. Magst du uns mal ein Foto senden von den Vogelkästen? Das mit dem Bärlauch fehlt uns hier, das haben wir die letzten Jahre immer gerne gemacht in Wiblingen im Wald. Genießt diese tolle Zeit! Ganz liebe Grüße aus Panama

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