009 Unsere erste Überfahrt

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Auf nach Saint Vincent

Wie viele schon richtig recherchiert, oder vielleicht auch in der Bildüberschrift der Flagge entdeckt haben, heißt unser erster Stopp Saint Vincent und die Grenadinen. Wir haben lange überlegt wohin die Reise gehen soll und uns dazu entschieden hier für 5 Tage in Quarantäne zu gehen, um anschließend frei die verschiedenen Inseln erkunden zu können.

Nachdem wir unsere negativen Corona Testergebnisse bekommen hatten freuten wir uns: die Reise in die weite Welt geht los! Nach einigen letzten Besorgungen und Vorbereitungen verbrachten wir einen schönen Abend mit Kai und Katharina an Bord.

Die letzten 24 Stunden auf Martinique

Am Tag darauf klarierten wir aus. Nun wurde es ernst. Von jetzt an hatten wir genau 24 Stunden Zeit um Martinique zu verlassen. Und gleichzeitig liefen die 72 Stunden seit unserem PCR-Test, die wir einhalten mussten, um in Saint Vincent einlaufen zu dürfen. Ob das alles so hin haut? Wir waren guter Dinge… Bis wir erfuhren, dass wir nicht starten sollen, bevor wir nicht eine Einreisegenehmigung, selbstverständlich mit Stempel, von Saint Vincent per Email bekommen.

Wir beschlossen uns keinen großen Kopf zu machen und unseren letzten Abend, wie bereits fest eingeplant, auf Martinique mit Margit und Eugen ausklingen zu lassen. Nachdem die Beiden uns dann auch noch ein in eine Martinique-Landkarte eingepacktes Weihnachtsgeschenk überreichten, wussten wir nicht mehr was wir sagen sollen. Für uns war die gemeinsame Zeit, obwohl sie kurz war, sehr bereichernd.

Tschüss Le Marin

Am Donnerstag, 2. Dezember war es dann so weit. Wir warteten noch einige Zeit auf unsere, bisher immer noch nicht angekommene Einreisegenehmigung und entschieden dann im Austausch mit den Behörden in St. Vincent ohne vorliegende Genehmigung abzulegen.

Wir hoben den Anker. Margit und Eugen begleiteten uns noch einige Seemeilen hinaus, um beim Abdrehen nochmal winken zu können.

s'dusel

Mit konstantem Nord-Ost Wind und etwas Welle segelten wir Richtung St. Lucia. Für Oli ein weiterer großer Moment: Endlich durfte er seine Angelruten ins Wasser werfen.

Der Nachmittag verlief ruhig und der Abend brach ein. Das bedeutete auch den Startschuss für unsere Schichtarbeit.

auf-dem-weg-nach-st.-vincent

Bonito, Bonito

Oli war gerade auf dem Weg sich ein paar Stunden aufs Ohr zu legen, da kam der große Aufschrei: Sandi, ein Fisch, schnell. Gemeinsam holten wir einen, zwar kleinen, aber feinen Thunfisch aus dem Wasser.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber ich schreibe hier ja einen ehrlichen Blog. Meine Gedanken schweiften blitzschnell von, „wow cool, ein Fisch“, über „was tu ich mit dem ganzen Fisch?“  über „endlich ein Stück selbst gefangener Fisch ich freue mich“ bis hin zu „ohweh, ohnein du Fisch, warum musst du gerade jetzt beißen?“. Vielleicht hatten ein paar dieser Gedanken auch damit zu tun, dass es mir gerade kurzzeitig von der Seekrankheit etwas besser ging und ich dachte, dass ich meine Schicht ganz gut überstehen könnte.

Nun turnte ich Unterdeck herum, suchte alles zusammen, um den Fisch erlegen und nebenbei ein Foto schießen zu können. Und das doch bei etwas, etwas sehr wackeligen Bedingungen. Im Endeffekt haben wir es geschafft. Wir haben sogar ein einigermaßen scharfes Foto geschossen und freuen uns nun über 4 große Filetstücke Bonito.

bonito

Die Nacht über verlief ruhig, der Wind blies uns konstant immer weiter, an St. Lucia vorbei Richtung unserer Destination. Auch das Schichten im 3 Stundentakt lief gut und so segelten wir unseres Weges. Lediglich hinter den höheren Bergen gab es etwas Flaute und zum Teil kreuzlaufende Wellen. Tuck Kekse und Cola waren hier die Rettung.

An der Küste von Saint Vincent entlang segelten wir bis in den Süden der Insel.

saint-vincent

 

Ankunft in Young Island Cut

Im Young Island Cut, einem kleinen Kanal im Süden der Insel Saint Vincent und somit in der Nähe der Hauptstadt Kingstown liegen wir nun an einer Boje. Ein netter Einheimischer wies uns die Boje zu, half uns noch beim Festmachen und rief uns beim Abfahren mit gebrochenem Englisch zu: „Later“, „Tomorrow“, „Monday“. Wir werden sehen, was er damit meinte. Wir bleiben jetzt an Bord, um uns an die Quarantänebedingungen zu halten, genießen unseren Thunfisch, schlafen erst einmal aus und warten, bis sie uns zum Einklarieren und für einen erneuten Covidtest an Land holen. Bis dahin haben wir auch viel Zeit, um uns zu überlegen, was wir als nächstes Erleben möchten.

 

bojenplatz-young-island

5 Kommentare

  1. Hoffenlich werden die Fische grösser :-)Auf Saint Lucia war ich schon,
    super Ecke,auf jeden Fall an den beiden Vulkankegeln vorbei segeln,
    sind das Wahrzeichen der Insel.
    Habe einen Hubschrauberrundflug gebucht und es war ein tolles Erlebniss.

    Grüsse aus dem kalten Schwabenland

  2. Hoffentlich werden die Fische grösser :-)Auf Saint Lucia war ich schon,
    super Ecke, auf jeden Fall an den beiden Vulkankegeln vorbei segeln,
    sind das Wahrzeichen der Insel.
    Habe einen Hubschrauberrundflug gebucht und es war ein tolles Erlebnis.

    Grüsse aus dem kalten Schwabenland

    • Hallo Herr Mambrey,
      schön von Ihnen zu hören.

      Was die Fische angeht, so entwickelt sich die Größe im Vergleich zum gefangenen Snapper schon in die richtige Richtung.
      Aber ich denke und hoffe dass hier schon auch noch größere Exemplare aus den Weltmeeren auftauchen.
      Sehr überrascht waren wir dennoch von der großen Menge Fleisch, welche der doch eher kleiner Bonito hatte.

      Was die Vulkankegel angeht, so konnten wir diese aufgrund der Zeitschiene (Covid-Test etc.) leider nur nachts betrachten.
      Da die Hügel aufgrund Ihrer Größe den Wind sehr gut ablenken, herrschte hinter diesen Flaute so dass wir jedoch genug Zeit zur genauen Beobachtung hatten:-)

      Ich hoffe bei euch ist ansonsten alles im Griff und sende viele Grüße aus dem Young Island Cut in Saint Vincent bei 28°C und Sonnenaufgang.

  3. Hallo Sandi & Olli,
    schön, daß es jetzt bei Euch auf`Wasser geht, möge Euch Neptun wohlgesonnen sein und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel habt.
    Bei uns ist Schneeschippen angesagt.
    Liebe Grüße aus der Heimat
    Peter und Christa

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