064 Leticia und Puerto Nariño

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Wie versprochen folgt heute ein ausführlicherer Blog über meine Zeit in Leticia. Leticia liegt nicht nur direkt an der Grenze zu Brasilien und Peru, sondern auch mitten im Amazonas und ist durch rund 500km Regenwald von der nächsten kolumbianischen Stadt getrennt. Aus diesem Grund gibt es hier auch keine Verbindungsstraßen und man kann Leticia lediglich durch eine mehrtägige Amazonasschifffahrt oder mit dem Flugzeug erreichen.

 

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Flug nach Leticia über rund 500km Regenwald

Da ich ja gerade vom Boot kam, habe ich mich in diesem Fall für den Flug entschieden, welcher mich als Zwischenstopp auch wieder in das kalte Bogota (2.640m ü.N.) führte.

Ankunft in Leticia

Nachdem der „Kälteschock“ überwunden war kam ich in Leticia an und gleich in einem Hostel mit sehr freundlichen Mitreisenden unter. Hierbei führte uns ein Kolumbianer in den Brauch „día de velitas“ ein. Hierbei trifft man sich am 07. Dezember abends mit Freunden und Familie vor dem Haus um dort Kerzen zu entzünden. Die Atmosphäre, welche die Kerzen in der ganzen Stadt erzeugen, ist echt atemberaubend!

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Kolumbianerin beim Entzünden der Kerze

Beim Entzünden der Kerze wünschte man sich hierbei etwas für sich, seine Familie, Freunde oder auch sonstiges. Nach dem Entzünden der Kerze verbringt man die Zeit gemeinsam bei den Kerzen und hat dabei darauf zu achten, dass seine Kerze nicht erlischt.

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„Día de Velitas“ vor dem Hostel

Insbesondere der Ansatz diese entspannte Zeit gemeinsam zu verbringen hat mir besonders gut gefallen. Ich könnte mir gut vorstellen, sowas auch einmal gemeinsam mit euch in der Heimat zu versuchen.

Fußball WM in Brasilien

Nachdem ich mir einen ersten Eindruck von Leticia verschafft hatte, kam ich mit einem Israeli und einem Holländer aus meinem Hostel ins Gespräch. Hierbei kamen wir schnell auf den Punkt, dass bei der aktuellen WM am nächsten Tag Brasilien gegen Kroatien spielt und wir dieses Spiel doch in Brasilien anschauen könnten.

In dieser Ecke von Kolumbien ist dies sehr einfach, da Leticia direkt an die brasilianische Stadt Tabatinga angrenzt und die Grenze ohne jegliche Kontrollen überquert werden kann. Wie ihr auf den folgenden Bildern seht, hat sich diese Reise auf jeden Fall voll gelohnt.

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WM Stimmung morgens um 10 in Brasilien

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Auch wenn man es auf dem Video nicht vermutet, so wurde es nach der Niederlage doch schlagartig sehr ruhig.

Essen in Leticia

Auf einer meiner Erkundungstouren hatte ich noch ein besonderes Restaurant entdeckt, in diesem werden große Schweine- und Rindfleischstücke direkt über dem Feuer gebraten und dann portionsgerecht verkauft. Ja und man sollte es kaum glauben aber solche eine Portion kostet am Ende rund 3€.

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Gemischtes Steakteller in Leticia

Fahrt nach Puerto Nariño

Nachdem ich Leticia nun ausreichend erkundet hatte war ich schon sehr auf den Amazonas und den Dschungel gespannt. Hierfür wurden mir in Leticia viele verschiedene Ein- wie auch Mehrtägige Touren angeboten. Nachdem ich jedoch kein großer Freund von Touren bin, sondern die Sachen gerne selbst entdecke, entschloss ich mich dazu eine Schnellfähre in den kleinen, rund 3h entfernte Ort „Puerto Nariño“ zu nehmen.

Wider Erwarten ging das Abenteuer bereits auf der Fahrt los, da der Schnellfähre 3x mitten auf dem Amazonas der Motor versagte und nicht mehr starten wollte. Nach einigen Reparaturen war es am Ende nicht nur eine abenteuerliche, sondern auch eine interessante Fahrt, da ich in der Fähre Pietro aus Italien kennenlernen durfte.

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Mit Pietro in der Fähre

Wie sich herausstellte, hatte Pietro noch keine Unterkunft in Puerto Nariño gefunden gehabt. Da wir uns recht gut verstanden, beschlossen wir zu schauen ob er in meiner Unterkunft auch ein Platz findet. Ja und so ergab es sich dann auch, dass wir in den nächsten Tagen mehr gemeinsam unternahmen.

Cabañas alto del aguila

Was die Unterkunft selbst angeht, so wollte ich ja viel Natur erleben, weshalb ich die Unterkunft „Cabañas alto del aguila“ rund 30min Fußweg vom Puerto Nariño entfernt, gebucht habe. Bei unserer Ankunft hatten wir jedoch das Glück vom Hostel mit einem motorisierten Kanu abgeholt zu werden.

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Auf dem Weg zum Hostel im motorisierten Kanu

Dort angekommen stellte sich schnell heraus, dass die Unterkunft, welche aus vielen kleinen Häuschen bestand, nicht nur sehr schön war. Das besondere Highlight für mich waren die vielen Tiere die hier lebten. Neben Papageien gab es unter anderem auch Affen welche einem liebend gerne auch die Schultern sitzen und sich mit Bananen füttern lassen.

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Zuerst hatte ich einen Vogel
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Und dann wohl auch noch einen Affen:-)

Lago Tarapoto

In den nächsten Tagen unternahm ich mit Pietro gemeinsam einen Ausflug zum naheliegenden „Lago Tarapoto“ wo wir uns am Piranha angeln versuchten, die Natur bestaunten und auf dem Heimweg noch von den bekannten rosa Delphinen besucht wurden.

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Erfolgreiches Piranhaangeln
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Achtung bissig, das gefürchtete Gebiss eines Piranhas

San Francisco

Ebenso ergab sich auch eine Wanderung mit Alejandra (eine kolumbianische Backpackerin) in die indigene Siedlung „San Francisco“. Diese Wanderung führte uns auf einem kleinen Pfad mitten durch den Dschungel. Am Ende war diese Wanderung nicht nur zwecks der Natur sehr bereichernd, auch meinem kleinen spanischen Wortschatz taten die Gespräche sehr gut.

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Wanderpfand nach San Francisco

Nächste Ziele im Amazonas

Nach all dem was ich inzwischen gesehen hatte, machte ich mir so meine Gedanken was ich den jetzt noch vom Amazonas sehen will. Wie es der Zufall so will, hatte ich vor meiner Abreise in Cartagena einen Facebookpost gestartet und dort geschrieben, dass ich gerne viel über den Amazonas und die nativen Völker in dem Gebiet erfahren würde und gerne auch nicht touristische Ecken erkunden will. Beim Schreiben des Posts dachte ich, dass sich vielleicht jemand mit ähnlichen Interessen meldet und wir uns die Gegend gemeinsam anschauen können.

Als ich jedoch eines morgens in Puerto Nariño sah, dass ich eine Nachricht von Juan erhalten hatte, war ich über deren Inhalt echt überrascht. Juan schrieb, dass er indigener ist und in einer indigenen Siedlung im Amazonas in der Nähe mit seiner Frau und seiner Tochter lebt. Wenn ich mich traue, so könnte ich ihn gerne besuchen und einige Tage bei ihm und seiner Familie wohnen.

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Abschied von Puerto Nariño und bereit für neue Ziele

Meine ersten Zweifel ob ich mich darauf wirklich einlassen sollte legten sich schnell, nachdem wir uns über WhatsApp ein wenig unterhalten hatten. So vereinbarten wir, dass mich Juan in Puerto Nariño abholt und wir erstmal gemeinsam alles kaufen was ich so für den Dschungel brauche.

Was es alles bei Juan zu erleben gab erfahrt ihr bald im nächsten Blog. Bis dahin wünsche ich euch eine entspannte Zeit und genießt die Zeit mit euren Liebsten.

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