117 Blog Ende 2025/ Ende Karibik und Hallo Pazifik

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Passend zum Jahreswechsel melde ich mich heute wieder mit einem neuen Blog bei euch. Da mich viele von euch während meines ungewöhnlich langen Deutschlandaufenthalts oder sogar persönlich bei meinem Vortrag gesehen haben, möchte ich mich hier ganz bewusst auf die Zeit nach meiner Rückkehr konzentrieren.

Während meiner Reise nach Deutschland lag Kailani sicher im Bocas-del-Toro-Archipel. Aufgrund der damals anhaltenden Proteste in Panama war die Rückreise wie ihr vielleicht noch wisst alles andere als einfach, und zeitweise musste ich ernsthaft hoffen das es mit dem Besuch bei euch klappt.

Als ich schließlich zurückkam, verbrachte ich zunächst ein paar Tage in Panama City, um Besorgungen zu erledigen. Glücklicherweise hatten sich die Proteste inzwischen gelegt, sodass ich ohne Umwege, Evakuierungspläne oder Sonderlösungen ganz entspannt mit Bus und Boot zurück  nach Bocas des Toro zu Kailani reisen konnte.

Zurück in Bocas, zurück ins Leben

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Zurück in Bocas ging es für mich vor allem darum, wieder in mein gewohntes, freies und spontanes Bordleben hineinzufinden. Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht und ein wenig erschrocken, dass ich dafür gut ein bis zwei Wochen brauchte. Nach Monaten an Land wollte sich das einfache Inselleben nicht sofort wieder einstellen.

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Gleichzeitig war mir aber auch klar, dass ich die besonderen Seiten von Bocas noch einmal bewusst genießen wollte. Was diesen Ort für mich so einzigartig macht, ist die Nähe der Welten: Auf der Hauptinsel kann man problemlos Menschen treffen, ausgehen oder in Cafés sitzen. Nur eine gute Stunde mit dem Boot entfernt findet man jedoch bereits absolute Ruhe, unberührte Natur und einsame Ankerplätze.

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Für mich war das ideal. Unter der Woche erkundete ich die Gegend, tauchte, ging Speerfischen oder war einfach draußen, während ich am Wochenende problemlos wieder ins lebendige Inselleben eintauchen konnte.

Mein Schokoladentraum

So führte mich eine meiner Erkundungstouren schließlich in die Delfinbucht. Und der Name hält, was er verspricht: Besonders morgens und abends spielten regelmäßig Delfine rund um Kailani. Doch so schön das auch war, der eigentliche Grund für meinen Besuch lag woanders.

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Seit Jahren trug ich einen Wunsch mit mir herum: einmal wirklich zu verstehen, wie Schokolade entsteht. Nicht nur theoretisch, sondern den kompletten Prozess von der Kakaoschote am „Baum“ bis zur fertigen Tafel mit eigenen Augen sehen und erleben. Und wie es mit solchen Wünschen oft ist, wenn man offen bleibt und nicht verkrampft sucht, ergeben sich die Gelegenheiten ganz von selbst.

So kam es dann, dass ich zufällig einen anderen Segler traf, der mir von Gerys kleiner lokaler Green Acres Chocolate Farm erzählte. Damit war mein Ziel für die kommende Woche klar.
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht viele Worte über den Prozess verlieren, denn die Bilder sprechen für sich.

Eingang zur Kakaoplantage
Eingang zur Kakaoplantage
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Kakaoschotten am Busch
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Hütter der Kakaoschoten
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Trocknen und Fermentieren der Kakaobohnen in der Sonne
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fertig getrocknete Kakaobohne
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Rösten der Kakaobohnen
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Mahlen und entfernen der Schalen

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Echt schade dass es hier keinen Geruch im Video gibt, der war für mich das besondere Highlight beim verflüssigen der Schokolade!

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Gießen der flüssigen Schokolade in die Formen, und fertig sind die Tafeln

Die Vampirhöhle

In einer anderen Woche zog es mich in die Bahía Honda. Auch hier hatte ich einen Tipp bekommen: Angeblich sollte sich dort eine besondere Höhle befinden, die nur mit einer Expedition zu erkunden ist. Solche Hinweise wecken bei mir natürlich sofort den Entdeckergeist.

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Auf dem Weg zur Vampierhöhle

Gemeinsam mit dem Einheimischen Juan machte ich mich daher auf den Weg, mit dem Ziel, Fledermäuse und vielleicht sogar Vampirfledermäuse zu entdecken. Und tatsächlich: Der Name „Expedition“ war keineswegs übertrieben.

Um die Höhle vollständig zu erkunden, mussten wir nicht nur stundenlang durch Flussläufe waten, sondern einzelne Passagen schwimmend und sogar tauchend überwinden. Ein intensives Erlebnis genau nach meinem Geschmack.

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Startklar zur Expedition
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Im Dschungel auf dem weg zur Höhle

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Krokodil-Island

Ein weiteres Highlight war meine Zeit mit Dom. Wir lernten uns über Couchsurfing kennen. Ein schönes Beispiel dafür, dass es dort nicht nur um Übernachtungen, sondern auch um echte Begegnungen geht. Irgendwann kamen wir auf das Thema Krokodile und Kaimane zu sprechen. Als Dom meinte, dass es diese auf der Insel gibt und er sogar einen Ruf entwickelt hat, um sie anzulocken, war auch hier das nächste Ziel schnell klar.

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Ein kleiner Kaiman im Wasser

Und tatsächlich: Als er den Paarungsruf der Männchen imitierte, tauchten nach und nach immer mehr Kaimane auf und schwammen bis auf ein bis zwei Meter an uns heran. Ein Anblick, den ich so noch nie erlebt hatte.

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Ein deutlich größerer Kaiman der dem Lockruf folgte (Aufnahme ohne Zoom)

In den folgenden Tagen erkundeten wir noch einige Kneipen, in die wirklich nur Einheimische gehen. Auch deren Art zu feiern und zu tanzen war für mich echt sehenswert. 

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Besuch von Dom mit Familie
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Zukünftige Frau Kapitänin

Zu guter Letzt lud ich Dom und seine Familie im Gegenzug auf einen Kaffee an Bord von Kailani ein.
Dom, vielen Dank für diese besondere Zeit. Ich hoffe sehr, dass sich unsere Wege eines Tages wieder kreuzen!

Auf zu alten Ufern

portobello

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Wie überall ging auch die Zeit in Bocas irgendwann zu Ende, und es war Zeit, die Segel Richtung Portobelo zu setzen. Ein Ort, der euch inzwischen fast so vertraut sein dürfte wie mir.

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Senior Lana mit den besten Bananen der Welt

Auch dort war es ein herzliches Wiedersehen mit vielen alten Bekannten und natürlich ganz besonders mit meinem langjährigen Freund Francesco.

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Letzte Pizza vor dem Kanal

Dieses Mal war ich jedoch nicht nur zum Genießen dort. Kailani und ich bereiteten uns intensiv auf den Panamakanal-Transit vor, und so vergingen die Tage schneller als mir lieb war.

kailani_abfahrtbereit

Auf in den Pazifik

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Und dann war er da, der Moment, an dem ich etwas anging, das schon seit vielen Jahren irgendwo in meinem Hinterkopf schwebte. Eigentlich war der Kanal schon vor etwa vier Jahren auf unserer Weltumseglung geplant. Doch das Leben nahm andere Wege, und lange Zeit dachte ich gar nicht mehr ernsthaft daran. Hättest du mich vor 2-3 Jahren gefragt, ob ich jemals noch in den Pazifik segeln würde, hätte ich vermutlich geantwortet: „Ich glaube eher nicht.“

Aber genau das ist das Schöne am Leben. Oder wie ich gerne sage „wenn das Leben seinem Namen gerecht werden und lebendig sein darf“. Wenn auch mal auf direktem und mal mit Umwegen, am Ende kommt es doch immer genau so, wie es kommen soll und für mich heißt das wohl gerade Pazifik ich komme.

Neben dem Boot und der nicht ganz kleinen Rechnung brauchte es auch besonders lange Festmacherleinen und vier Helfer welche die Leinen bedienen. Umso dankbarer war ich, inzwischen so viele Menschen in Panama zu kennen, so dass ich die passenden Helfer schnell finden konnte. Danke euch allen nochmals dafür!

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Vielen Dank für eure Hilfe!

Was den Kanaltransit selbst betrifft, lasse ich ebenfalls die Bilder sprechen. Beeindruckend waren für mich vor allem die Dimensionen und das Wissen, dass große Teile dieses Bauwerks mit harter Handarbeit und vielen Menschenleben (man sagt es seinen mindestens 25.000 bis 30.000 Menschen allein beim Bau gestorben) errichtet wurden. Der Gatúnsee und somit das komplette Wasser im Panamakanal liegt rund 15 Meter über dem Meeresspiegel der Karibik, eine Vorstellung, die für mich erst vor Ort wirklich greifbar wurde.

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Das Schleusentor öffnet sich
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Geschafft! Jetzt gehts hinaus in den weiten Pazifik

Panama City & Las Perlas

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Nach der Ankunft in Panama City, dem Abschied von der Crew und einem ruhigen Ankerplatz war es für mich erst einmal Zeit, durchzuatmen. Wie ich feststellen musste hatte der gesamte Transit und die Vorbereitung mehr Kraft gekostet, als mir zunächst bewusst war.

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Natürlich meldete sich auch Kailani zu Wort und verlangte nach Pflege. Neben regulären Wartungen und Reparaturen verbrachte ich Tage oder um ehrlich zu sein eher Wochen damit, Panama City nach Ersatzteilen zu durchkämmen. Irgendwann spürte ich dann deutlich: Jetzt ist wirklich Zeit für Ruhe. So startete ich im Perlenarchipel (Las Perlas) ins neue Jahr und von hier aus schreib ich auch einen Großteil diese Zeilen.

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Wie geht es weiter?

Eine Frage, die mir oft gestellt wird. Meist antworte ich, dass ich zwar eine Richtung habe, aber selten einen festen Plan über mehr als ein paar Tage hinaus. Aktuell ist es etwas anders: Die Vorbereitungen für den nächsten Törn laufen bereits auf Hochtouren.

Es geht noch diese Woche los und zwar von Panama nach Mexiko, eine Reise von rund drei Wochen auf. Ob es wieder einen täglichen Tracker geben wird, kann ich noch nicht versprechen. Ebenso ist es aktuell noch nicht ganz klar, was navigatorisch möglich ist, da Jagd nach den Drogenbooten stark verschärft werden soll und dafür ggf. auch das GPS an großen Teilen der Süd- und Zentralamerikanischen Küste unbrauchbar gemacht wird.

Ich bin gespannt was mich erwartet und wie ihr seht, es wird nie langweilig und es kommen immer wieder Herausforderungen. Den Sextanten habe ich auf jeden Fall schon mal abgestaubt und bereitgelegt…

Ja und was den Tracker angeht, so bin optimistisch und melde mich noch mit weiteren Details vermutlich über den WhatsApp/Instagram Status…

Was mich bewegt

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Den Jahreswechsel möchte ich gerne noch zum Anlass nehmen und mit euch wieder teilen, was mich innerlich beschäftigt. Seit einigen Monaten denke ich viel über zwei Themen nach. Zum einen wie sehr Energie, Stimmung oder Charisma unser Umfeld beeinflussen.

Immer wieder habe ich erlebt, wie unterschiedlich Menschen auf mich reagieren, je nachdem, wie sehr ich bei mir selbst bin. In diesen Momenten beginne ich den Satz „Die Welt ist ein Spiegel“ wirklich zu verstehen. Nicht selten kamen gar komplett Fremde auf mich zu und sagten einfach: „Wow, du hast eine tolle Ausstrahlung.“

Die Frage an der ich aktuell forsche: Was hilft mir, häufiger in diese liebevolle, strahlende Stimmung zu kommen und darin zu bleiben? Einer der größten Schlüssel liegt für mich darin, noch weniger im Kopf zu leben und mehr im Hier und Jetzt.

Das andere Thema das mich beschäftigt ist, wie oft ich doch versuche etwas erreichtes festzuhalten und sichern zu wollen und wie oft ich damit doch genau den gegenteiligen Effekt erziele. 

Eine große Unterstützung ist dabei der 5-Uhr-Club, dem ich inzwischen seit 53 Tagen angehöre. Die Routine: 20 Minuten Sport, 20 Minuten Meditation und Journaling, 20 Minuten Lesen. Erst danach Kaffee und Handy. Dieser bewusste Start in den Tag tut mir unglaublich gut und zeigt mir gleichzeitig, wie stark mich äußere Reize, vor allem auch das Handy mich emotional beeinflussen können.

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Was ich aus dieser Erkenntnis mache, weiß ich noch nicht genau. Aber allein, es so klar zu sehen, fühlt sich für mich sehr wertvoll an.

So bleibt es also nicht nur auf meiner Reise über die Meere spannend, sondern auch auf meiner inneren Reise. Ich bin sehr gespannt, was das Jahr 2026 bereithält  und hoffe, ein Stück davon wieder mit dir teilen zu dürfen.

Welche Erfahrungen hast du selbst mit dem Thema Ausstrahlung und an Sicherheit festhalten gemacht?
Ich freue mich sehr wenn du sie mit mir teilst, gerne auch ganz privat.

Ich wünsche euch an dieser Stelle das Beste und ein 2026 das euch genau dahin bringt wo ihr wirklich sein wollt.

Euer Kapitän Oli

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