033 El Valle de Anton

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Ein rolliger Ankerplatz

Nach unserer zweiten Impfung verbrachten wir ein paar Tage an Bord. Zumindest versuchten wir es. Denn es war kaum möglich. Unser Ankerplatz war so rollig, dass es teilweise kaum möglich war unter Deck zu gehen, ohne fast umzufallen.

Wir hatten uns dennoch entschieden an diesem Platz zu bleiben, da das Ankerfeld ziemlich überfüllt war und näher an einer Insel zu ankern immer auch heißt, dass viele Stechmücken an Bord kommen. So hatten wir für den Moment zwischen 2 suboptimalen Optionen zu wählen.

Vicki und Benny

Aber wir waren guter Dinge, dass wir die 2 Tage gut überstehen würden, denn es kamen Vicki und Benny an Bord, um zu sehen, wie man segelt und was zu einem Segelalltag alles dazu gehört. Das deutsche Paar haben wir in Panama City kennen gelernt und nun machten wir gemeinsam einen kleinen Segeltrip von Linton nach Portobelo.

Unterwegs stoppten wir an der Playa Blanca für einen Spaziergang am Strand und eine Abkühlung im kühlen Meer. Mal sehen wie die Segelkarriere der Beiden weiter geht, ob sie startet oder ob sie sich doch für eine andere Reiseart entscheiden…

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Fahrservice von El Rey

Anschließend ging es mal wieder zurück Portobelo. Wir haben angefangen erneut Proviant in Sabanitas zu besorgen. Wer genug einkauft bei El Rey Supermarket, der wird mit dem Sprinter zurück an seinen Ankerplatz gebracht.

Davon machten wir Gebrauch, denn unsere Bilgen waren nun wirklich nehezu leer. Kein Wein, kein Bier und auch die Dosenvorräte waren nun nahezu aufgebraucht. Aber nach knapp 10 Monaten ist es auch ok mal wieder etwas mehr einzukaufen.

Wo laufen unsere Einkäufe hin?

Als wir in Portobelo ankamen ging es schnell. Kaum ging die Tür vom Lieferwagen auf, waren schon die Männer, die normalerweise Touristen mit ihren Booten umherfahren, zur Stelle und schnappten all unsere Sachen und trugen sie zum Steg. Wir waren ehrlich gesagt in diesem Moment etwas überfordert und wussten nicht, was so wirklich geschah.

Wohin wollten sie so schnell mit unseren Einkäufen? Am Ende waren sie einfach nur nett und halfen uns alles in unser Dinghy einzuladen. Wir Deutschen sind mit unseren Gedanken schon teilweise etwas strange. Das müssen wir noch etwas lernen, den Menschen besser zu vertrauen. Nicht jeder möchte immer etwas böses, auch wenn sie sicherlich unseren Wein auch getrunken hätten.

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Gemeinsames Abendessen

Nebenbei hatten wir 2 schöne Abende mit Francesco und verschiedenen anderen Seglern in seiner Pizzeria. Jeder bereitete etwas vor und so hatten wir eine Menge zu essen und jede Menge Spaß. Und so geht die Zeit dahin. Wohin sie geht weiß ich manchmal nicht. Langweilig wird es uns auf jeden Fall nicht.

Einkaufen mit Rita

Es war schon dunkel und Francesco bat mich noch etwas für den Abend zu besorgen. Also zog ich los. Im Gepäck hatte ich auch sein Hund Rita. Seitdem sie uns besser kennt beschließt sie immer wieder mit uns durch Portobelo zu wandern. Also kam sie mit. Uns es hat mich echt fasziniert, wie sie auf mich aufpasste. Sie ist in ganz Portobelo bekannt und beliebt.

Auch vor dem Supermarkt machte sie nicht Halt, sondern kam mit mir hinein. Keiner sagte etwas. Es war ok. Es fiel erst auf als ich Gelierzucker kaufen wollte und den Verkäufer danach fragte. Er führe mich zum Hundefutter und zeigte auf Rita. Genau Rita ist der Hund von Casa Vela. Aber mit Hundefutter kocht es sich sehr schlecht Marmelade. Von dem her besorgten wir die Dinge für Francesco und gingen wieder nach Hause. Rita machte einen guten Job.

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Unsere Reise nach Anton Valle

Und dann war es so weit. Wir fuhren für ein paar Tage zum Wandern in die Berge. Die Reise begann früh und wir hetzten zum Bus, um die Abfahrt um 8.00 Uhr nicht zu verpassen.

Um 8.15 Uhr war noch kein Bus da und wir begannen zu frühstücken. Um 8.30 Uhr wurden wir etwas stutzig, da die Leute um uns herum alle weg waren. Um 8.45 Uhr versuchten wir dann noch einmal jemanden zu befragen, wann der Bus kommt. Um 8.55 Uhr war dann klar: Es kommt kein Bus.

Warum? Das wissen wir nicht genau. Aber so blieb uns nur eine Möglichkeit. Wir fuhren mit dem Taxi nach Sabanitas und von dort aus mit dem Bus nach Panama City.

Nach einer kleinen Kaffeepause ging es weiter. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir das in einem Vulkankrater liegende El Valle. Es tat so gut die etwas kühlere Bergluft zu riechen und eine ganz neue Umgebung zu haben.

Nach etwas Chaos, da das Hostel die Reservierungen durcheinander gebracht hatte, hatten wir einen schönen Abend.

Chorro Las Mozas

Am Tag darauf entschieden wir uns nur eine kleine Wanderung zu machen. Dafür mit dem Ziel: Chorro Las Mozas. Als wir am Flussufer entlanggingen (man kann es sich ein bisschen wie an einer Klamm vorstellen) kamen wir immer wieder an kleineren und größeren Wasserfällen vorbei.

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Die Pools drum herum luden zum Baden ein. Bart, Oli und Suze waren so mutig sich ins kühle Nass zu stürzen, Jenneke und ich machten es uns am Ufer bequem. Kurz bevor der Regen begann waren wir zurück im Hostel. Ein toller Ausflug.

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Tageswanderung mit Aussicht auf das Valley

Am nächsten Tag war eine größere Wanderung angesagt. Nach ca. 1 Stunde bergauf hatten wir eine tolle Sicht über das Anton Valley. Wir kamen nicht nur an verschiedenen Pflanzen und Blumen vorbei, sondern konnten auch ein kleines Feuer in einem Nadelwald machen. Einen Nadelwald hatte ich in der Form schon lange nicht mehr gesehen.

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Die Männer schafften es komischerweise mit den Nadeln den Rauch des Feuers immer wieder in die Richtung zu manövrieren, in der die Mädels saßen. Ob sie wohl der Meinung waren wir hatten uns an diesem Tag zu wenig bewegt? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass es eine tolle Wanderung war und wir patsch nass im Hostel ankamen. Dieses Mal war der Regen schneller als wir.

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berge

Eine Wanderung ins Nichts

Anschließend folgte noch eine 2 Frau- Mann Wanderung von Oli und mir. Entlang an Wasserfällen ging es an der anderen Seite steil bergauf. Der ein oder andere würde sagen, das Wetter war wohl nicht optimal. Für uns war es das! Es war ein fantastisches Gefühl erst bei leichtem Nieselregen entlang der Wasserfälle immer weiter nach oben zu steigen.

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Oben angekommen war die Stimmung am Kamm sehr mystisch. Ein toller Wanderweg der zu diesem Zeitpunkt ins Nichts führte. Die Sicht war zwar etwas eingeschränkt, das Feeling war fantastisch. Die Fotos sind nicht perfekt, aber sie sprechen für sich. Und die Wege waren wie wir uns Wanderwege vorstellen. Auch hier kamen wir patsch nass, aber glücklich zurück.

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Party-Woche!

Nebenbei haben wir es uns gut gehen lassen. Party-Woche! Es gab verschiedene selbst gebackene Kekse, Brownies, Lasagne, gegrillte Burger und zum Frühstück selbst gemixte Milchshakes.

Ausgangssperre mit gemeinsamem Abendessen

Sonntag war dann totale Ausgangssperre in El Valle. Wir haben die Corona- Regeln noch nicht ganz durchschaut, aber uns natürlich daran gehalten. Das Wetter (es hat fast den ganzen Tag geschüttet wie aus Eimern) hat es uns etwas vereinfacht.

Dafür nahmen Jenneke und ich an einer Joga-Stunde teil und Jenneke belegte den 3. Platz im UNO Duell, das vom Hostel aus veranstaltet wurde. Herzlichen Glückwunsch!

Am Abend entschieden wir uns an der gemeinsamen Abendessenrunde vom Hostel teilzunehmen. Jeder brachte etwas zum Essen mit und das Meal wurde geteilt. Ob wir zukünftig unsere leckere Pizza nochmal gegen Bohnen, Reis blanco und Wassersuppe mit etwas Gemüse tauschen würden? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen ist, dass es ein toller Abend war und unsere Abendessen die wir an Bord zubereiten schon eine gewisse Klasse haben.

Ein Eis auf Nina

Und zum Abschluss gab es ein leckeres Eis auf unsere Nina! Vielen lieben Dank, das war etwas ganz Besonderes!

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Ciao Francesco!

Nun zurück in Portobelo haben wir Francesco in seinen wohl verdienten Urlaub (er verbringt die nächsten Wochen in Italien bei seiner Familie) verabschiedet, mit anderen Seglern gemeinsame Stunden verbracht, Vorbereitungen für unseren Besuch getroffen, ein paar Dinge am Boot erledigt und so weiter und so fort.

Jenneke und ich haben gemeinsam mit Francesco ein Schild gemalt, wie sich die Segler in der Zeit seiner Abwesenheit zu verhalten haben und Suze ist auch immer mit von der Partie. Es macht Spaß mit ihr zu spazieren und sie lachen zu sehen.

Hallo Oli und Pascal!

Die Zeit verfliegt und wir haben vor die nächsten Tage noch an der Playa Blanca zu verbringen, oder andere tolle Unternehmungen zu starten. Und am Freitag ist es dann so weit: Pascal und Oli reisen an. Wir freuen uns auf den Besuch aus Deutschland!

Wer macht den besten Cappuccino?

Nebenbei batteln wir uns mit den Tuttis, wer den besseren Cappuccino macht. Von Bart habe ich gelernt, wie man die Milch aufgeschäumt bekommt. Und ich hole auf. Es wird immer besser. Dennoch bevorzuge ich persönlich den Cappuccino von Bart. Es ist einfach perfekt, wenn man einen Kaffee serviert bekommt. Ein bisschen wie im Urlaub?

Wie ihr seht, wir haben jede Menge Spaß, vor allem mit den Tuttis. Wir sind sehr dankbar, dass wir sie kennen lernen durften und wir viel Zeit gemeinsam verbringen. Und nebenbei erledigen, was erledigt werden muss. Oder Oli schwimmt (manchmal mit einem Kaffeebecher in der Hand) zu Bart, um die neuesten Kekse und Kuchen zu probieren.

2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Beiden,
    ist nichts mehr los bei Euch? Ich vermisse Eure Reiseberichte und würde gerne wieder mal ein virtuelles Südseeschorle mit Euch trinken.
    Gruß Günther

    • Hallo Günther,
      vielen Dank für deinen Beitrag. Da hast du allerdings Recht… Wir haben lange nichts mehr von uns hören lassen. Wir hatten Besuch aus Deutschland. Aber: Der nächste Artikel ist so gut wie fertig und geht in einigen Stunden online… 🙂

      Liebe Grüße aus Panama

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