031 Heute hier, Morgen dort…

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… Bin kaum da, muss ich fort

Ein bisschen so fühlten sich die letzten Wochen an.

Impfung in Linton

Ganz spontan sind wir vor nun mehr als einer Woche zurück nach Linton gesegelt. Wir hatten die Chance uns hier impfen zu lassen. Das ganze Prozedere ging ganz unspektakulär von statten. Organisiert wurde es vom Roten Kreuz vor Ort und die sorgten dafür, dass es zu keinen großen Wartezeiten kam. Sogar einen Englischen Übersetzer hatten sie und so lief alles ganz unkompliziert ab.

Vielfältige Landschaft

Was mich beeindruckt hat, war die Landschaft um uns herum. Gemeinsam mit der Crew von Rafiki gingen wir ein paar Meilen zu Fuß und sahen seit langem mal wieder grünes Gras. Wahnsinn. Wir müssen auf jeden Fall noch einmal herkommen, um die Landschaft noch besser zu erkunden und die Gegend zu erwandern.

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Danke Günther, das war ein Festmahl!

Zudem durften wir Hans kennen lernen und Oli bekam seit langer Zeit einmal wieder Fleisch. Ein riesen Teller voller Fleisch und Pommes dazu. Wahnsinn. Da haben wir uns gleich noch einen Fruchtshake, Bier und ein Eis dazu gegönnt. Günther hat uns wieder einen Trink spendiert. Dieser schöne Abend geht auf ihn, vielen Dank! Durch eure Spenden können wir uns so etwas mit gutem Gewissen auch zwischendurch leisten.

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Sind wir etwa im Hamsterrad?

Erledigungen mit Stress

Und schon ging es weiter. Die letzten Wochen fühlte sich irgendwie sehr stressig an. Wir segelten nach Portobelo, von dort aus ging es nach Sabanitas um die Wäsche zu waschen und ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.

Hier machten wir dieses Mal die Erfahrung, dass Sabanitas von Menschen überlaufen war. Vor dem Supermarkt gab es so lange Schlangen, so dass wir über eine halbe Stunde anstehen mussten um hinein zu gelangen. Hatte man diese Hürde bewältigt und den Eingang erreicht, wurde die Situation allerdings nicht besser. Die Regale waren leer, Menschenmassen standen schlangenweise an den Kassen, um ihre Waren bezahlen zu können. Eine Chance an die Regale zu kommen suchten wir vergeblich.

Im Nachhinein erfuhren wir, dass es für Menschen mit geringem, oder gar keinem Einkommen zu bestimmten Zeiten Schecks gibt, die sie in Supermärkten für Lebensmittel einlösen können. So einen Tag hatten wir da wohl erwischt. Man kann sich das Prozedere in etwas so vorstellen, wie in Deutschland die Hamsterkäufe zu Beginn der Coronazeiten…

Zurück in Portobelo waren wir froh, wieder am Steg zu sein und den ganzen Trubel überstanden zu haben. Plötzlich sagte Francesco mitten im Gespräch, dass das doch der Bruder von Bart ist. Er sieht ihm sehr ähnlich. Nunja, ich war mir in diesem Moment nicht sicher, was er genommen hatte, aber drehte mich mal freundlichkeitshalber um. Und da stand tatsächlich Rik, der Bruder von Bart. Und er sieht ihm wirklich ähnlich. Sorry Francesco, du hattest recht. Da das Timing so gut war konnten wir ihn direkt mit an Bord der Tutti’s nehmen, die schon voller Vorfreude waren.

Panama City

Für uns ging es dann für zwei Tage nach Panama City. Besorgungen standen auf dem Plan. Unser großer Vorteil: Michael, den wir in den San Blas Inseln kennen lernen durften, war noch in seinem Appartement in der City. So konnten wir bei ihm unterkommen. Und er entschied sich auch dazu uns bei unserer Shoppingtour zu begleiten. Leider haben wir unsere verrückte Autofahrt durch die Stadt nicht mit getrackt.

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Was wir allerdings wissen ist, dass wir insgesamt mit Michael, der uns super durch die Straßen fuhr, bestimmt 12 verschiedenen Läden besuchten und im Endeffekt mit vollgestopften Taschen und einer nahezu komplett abgehakten Einkaufsliste total erledigt im Appartment ankamen.

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Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück nach Portobelo.

Eine schöne Zeit, die wie im Fluge verging. Das nächste Mal werden wir ganz sicher nicht wegen Erledigungen in die Stadt fahren, sondern um die Stadt wahrzunehmen und zu erkunden.

Alle guten Dinge sind 3: San Blas Islands

Nun sind wir schon wieder eine Weile in den San Blas Inseln. Auf dem Weg hing plötzlich ein dicker Hecht (eine Spanische-Makrele) am Haken. Das gab einen schönen gemeinsamen Fisch-Abend mit der Tutti-Crew. Gemeinsam mit ihnen haben wir außerdem ein paar schöne Tage verbracht.

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Wir tranken leckeren Cappuccino à la Bart (Die Pulvermilch macht das gewisse Extra), aßen gemeinsam zu Abend und die Männer schnorchelten gemeinsam am Riff. Schön auch zu sehen, wie viel Spaß Rik an Bord der Tuttis hatte.

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Wanderung in Rio Diablo

Ein Highlight war die gemeinsame Wanderung durch den Dschungel am Festland. Da wir uns in der Regenzeit befinden und es in der Nacht zuvor ordentlich geschüttet hatte war unsere Wanderung eine große Matsch-Party. Immer wieder mussten wir durch kleine Bäche waten, über Brücken aus Baumstämmen balancieren und aufpassen, dass unsere Schuhe nicht im Schlamm stecken bleiben.

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Als wir dachten, wir kommen nicht mehr weiter, da ein doch etwas tieferer Fluss plötzlich vor uns lag und uns den Weg abschnitt, baute uns Bart mit einem Stück Rohr eine Brücke und weiter ging es. Zwar kamen wir am Ende nicht bei einem Wasserfall an (das war unsere Hoffnung), da der Weg an einem Abgrund endete, konnten jedoch ein tolles Picknick auf einer Steine-Sandbank zwischen zwei Flüssen machen. Ko und schmutzig von oben bis unten kamen wir am späten Nachmittag wieder am Boot an und ein schöner Tag ging zu Ende.

Was mich besonders fasziniert hat: Es war nichts um uns herum und es war dennoch so laut, wie auf einer Baustelle. Die verschiedenen Tiere im Regenwald machen so einen Lärm, das kann man sich überhaupt nicht vorstellen.

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BBQ unter Sternen

Bevor es für Rik und die Tuttis wieder Richtung Portobelo ging verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend mit Lagerfeuer und Hängematte am Strand. Doch einer fehlte. Wo war Rik? Er wollte kurz nachdem wir mit dem Dinghy Richtung Insel aufbrachen zu uns hinüberschwimmen. Aber er kam nicht. Was war geschehen? Er wollte nur 5 Minuten die Augen zu machen und hätte beinahe das Abendessen und das kühle Bier verpasst. 

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Zum Glück hat er einen Bruder, der ihn mit dem Dinghy abholte. So konnten wir den Beinahe Vollmond und das Feuer genießen. Es war so chillig, dass Suze nach einem vielfältigen Abendessen sogar in den Armen von Oli in der Hängematte einschlief. Schön, dass du da warst Rik! Es hat Spaß gemacht dich kennen zu lernen. Deine fröhliche Art wird uns in Erinnerung bleiben.

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Unser neuer Wasserfilter

Von Roger haben wir einen Filter bekommen und Oli hat uns im Baumarkt ein paar Utensilien besorgt. So haben wir nebenbei  einen Wasserfilter gebastelt. Jetzt können wir unser gesammeltes Wasser noch filtern und bekommen super Trinkwasser. Danke Roger für diese tolle Idee.

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Ein Ausblick

Wir bleiben jetzt noch ein paar Tage in den San Blas Inseln. Anschließend werden wir uns unseren zweiten Shot abholen, wahrscheinlich eine Weile in Linton bleiben und dann eventuell das Landesinnere unter die Lupe nehmen.

Und dann vielleicht wieder mit etwas mehr Berichterstattung. Ich war die letzte Zeit etwas müde vom Schreiben. Einerseits zu viele Ereignisse, andererseits das Gefühl nichts „Neues?“ „Tolles?“ „Wichtiges?“ erlebt zu haben? Beim Schreiben fiel mir dann auf, dass es doch gar nicht so wenig war 🙂

Eine kleine Anekdote zum Schluss…

Auch wenn unsere Reise noch so schön ist und wir sehr dankbar für diese tolle Zeit sind, gibt es auch bei uns Stunden oder Tage an denen es einfach nicht rund läuft. Alles geht schief, man ist gestresst oder einfach mal nicht gut drauf… Vor allem mich plagt zwischendurch die Hitze und immer wieder die Stechmücken, wenn man keine Chance mehr hat sich vor den surrenden Tierchen zu verstecken. 

Wir leben hier ein ganz tolles, einfaches Leben, doch manchmal ist es auch anstrengend alles zusammen zu packen und seefest zu machen, um weiter ziehen zu können. An manchen Tagen fehlt einfach das Red Bull in den Adern und ein bisschen Motivation. 

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Und genau in einem solchen Moment sind sie meist zur Stelle. Sie kommen aus dem Nichts. Schlagen mit den Flossen, Bringen das Meer zum Erleben. Mal sind es nur 2 oder 3, mal sind es hunderte, gefühlt ein einziger Haufen um das Boot herum. Sie fangen an zu spielen und schwimmen mit dem Boot: Delphine. Nicht nur durch ihr fröhliches Aussehen, sondern auch durch ihr Verhalten schaffen sie es den Tag besonders zu machen.

Sie schwimmen am Bug, springen in die Höhe, legen sich auf den Rücken um mit ihren Flossen zu schlagen, die fiepen vor sich hin und zeigen, dass sie sich wohl fühlen und uns gerne ein Stück begleiten. Wir haben in diesen Momenten keine andere Chance, als glücklich zu sein.

Und plötzlich geht alles wieder wie von selbst, alles wird einfach. Sie zaubern uns ein Lächeln ins Gesicht und wir fühlen uns frei. Wir wissen genau warum wir hier sind und warum wir diesen tollen Lebensabschnitt gestartet haben. 

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